
Swiss KMU Cyber-Alert: FortiMail – aktiv ausgenutzte Lücke gefährdet E-Mail-Schutzsysteme
FortiMail schützt den E-Mail-Verkehr von Unternehmen. Eine kritische Schwachstelle wird nach Angaben von CISA bereits aktiv ausgenutzt und kann ohne Anmeldung über HTTP oder HTTPS missbraucht werden. Falls Ihr Unternehmen oder Ihr IT-Dienstleister FortiMail einsetzt, sollte die Installation jetzt überprüft, abgesichert und auf mögliche Kompromittierung untersucht werden.
Was ist passiert?
Fortinet veröffentlichte am 1. Oktober 2026 die Sicherheitswarnung FG-IR-26-175 zu CVE-2026-104286. Durch eine fehlerhafte Pfadprüfung können Angreifer mit präparierten HTTP- oder HTTPS-Anfragen ohne Anmeldung beliebige Dateien auf dem zugrunde liegenden System schreiben.
CISA nahm die Schwachstelle am selben Tag in den Katalog aktiv ausgenutzter Sicherheitslücken auf. Das bedeutet, dass reale Angriffe bestätigt sind.
Könnte mein Unternehmen betroffen sein?
Betroffen sein können Unternehmen, die Fortinet FortiMail als E-Mail-Sicherheitsgateway, Appliance oder virtuelle Maschine einsetzen. Das System kann auch durch einen IT-Dienstleister oder im Rechenzentrum betrieben werden und muss deshalb intern nicht unter diesem Namen bekannt sein.
Microsoft 365 allein bedeutet nicht automatisch, dass Sie betroffen sind. Eine vorgeschaltete FortiMail-Lösung kann jedoch auch vor Microsoft 365 oder einem anderen Mailserver eingesetzt werden.
Was sollten Sie jetzt tun?
Beauftragen Sie Ihren IT-Dienstleister heute damit, vorhandene FortiMail-Systeme zu identifizieren und Version sowie Konfiguration mit der aktuellen Fortinet-Warnung abzugleichen.
Der IT-Dienstleister sollte die vom Hersteller bereitgestellte korrigierte Version oder offizielle Übergangsmassnahme umsetzen, den Verwaltungszugang bis dahin einschränken und das System anhand der Herstellerhinweise auf Anzeichen einer bereits erfolgten Kompromittierung prüfen.
Wie dringend ist es?
Sehr dringend. Die Schwachstelle ist kritisch, aus dem Internet ohne Anmeldung angreifbar und wird aktiv ausgenutzt. Eine reine Planung für das nächste reguläre Wartungsfenster ist deshalb nicht ausreichend.
Informationen für Ihren IT-Dienstleister
CVE: CVE-2026-104286 · Produkt: Fortinet FortiMail · Bewertung: CVSS 9.8 (kritisch).
Angriffsweg: präparierte HTTP- oder HTTPS-Anfrage, keine Anmeldung und keine Benutzeraktion erforderlich.
Mögliche Auswirkung: Schreiben beliebiger Dateien auf dem System und dadurch Ausführung nicht autorisierter Befehle oder Codes.
Massnahme: aktuelle Fortinet-Versionstabelle und Hinweise in FG-IR-26-175 prüfen, Korrektur oder offizielle Übergangsmassnahme umsetzen und wegen bestätigter Ausnutzung eine Kompromittierungsprüfung durchführen.
Offizielle Quellen
Fortinet PSIRT FG-IR-26-175: https://www.fortiguard.com/psirt/FG-IR-26-175
CISA Known Exploited Vulnerabilities Catalog: https://www.cisa.gov/known-exploited-vulnerabilities-catalog?search_api_fulltext=CVE-2026-104286





